Zum Hauptinhalt springen
7 Minuten Lesezeit (1324 Worte)

Die Meisterschaft über sich selbst und die Überwindung gesellschaftlicher Fremdbestimmung

Die Meisterschaft über sich selbst und die Überwindung gesellschaftlicher Fremdbestimmung

von Gerhard Breunig

In meinem 2023 erschienenen Buch „Möchtest Du sehen was ich sehe?" habe ich ein Kapitel dem Thema Gesellschaft gewidmet und den Gedanken entwickelt, ob eine „Gesellschaft" wirklich das erstrebenswerte Ziel sein kann. Mir steht der Sinn viel eher nach einer „Meisterschaft", denn nach einer Gesellschaft. Während die Gesellen immer einen Meister brauchen, der ihnen sagt, was zu tun ist, entscheidet der Meister selbst, was er tut oder nicht tut. In unserem heutigen Zusammenleben ist eine paradoxe Abhängigkeit in der Gesellschaft festzustellen Die menschliche Existenz vollzieht sich überwiegend innerhalb eines komplexen Netzes sozialer, politischer und rechtlicher Strukturen, die wir „Gesellschaft" nennen. Dieses System, das wir als selbstverständlich hinnehmen, ist allerdings weit mehr als bloßes Zusammenleben. Es ist eine den Menschen übergestülpte Ordnung der Fremdbestimmung, in der Individuen – metaphorisch betrachtet – als „Gesellen" fungieren, die einem „Meister" untergeordnet sind.

Dieser Meister, wir nennen ihn Staat, die Verwaltung oder das Rechtssystem, diktiert die Normen, Regeln und Zwänge, denen sich jeder Einzelne mehr oder weniger unterwerfen muss, wenn er nicht den Ausschluss aus dem gesellschaftlichen System riskieren will.

Doch stellt sich die grundsätzliche Frage: Muss es so sein? Ist es vielleicht möglich, zum „Meister über sich selbst" zu werden, um die Abhängigkeit von äußeren Autoritäten zu überwinden?

Betrachten wir zunächst die Gesellschaft als Herrschaftsstruktur: Der Begriff „Gesellschaft" birgt eine Doppelbedeutung. Einerseits ist sie die Summe der Menschen, die zusammenleben, andererseits bildet sie ein Machtgefüge, das hierarchische Strukturen, Regeln und Zwangsmechanismen enthält. In politischer Philosophie, was immer das auch sein mag, wird der Staat als das System definiert, das das Gewaltmonopol innehat und das Recht setzt sowie dessen Durchsetzung sicherstellt. Die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft ist daher nicht nur ein soziales Faktum, sondern auch eine formelle Unterordnung unter ein System von Gesetzen und Sanktionen.

Die Menschen werden in diesem System formal zu „natürlichen Personen" gemacht, deren Rechte und Pflichten dem Staat gegenüber verbindlich sind. Die Rolle des „Gesellen" entspricht dabei dem rechtlichen Status des Staatsbürgers, der gehorchen und sich fügen muss, während der „Meister" – symbolisch – der Staat ist, der die Regeln vorgibt.

Was könnte dann eine Meisterschaft sein? Ich stelle mir diese Meisterschaft als das setzen fundamentaler Werte in Selbstbestimmung und Autonomie vor. Wer Meister über sich selbst ist, hat die Fähigkeit zur Selbstführung, zur Verantwortung und zur inneren Freiheit. Diese Meisterschaft ist kein natürlicher Zustand, sondern ein Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der kritisches Denken, Selbstbewusstsein und eine bewusste Haltung zur eigenen Freiheit und Verantwortlichkeit erfordert.

Philosophisch gesehen verweist Meisterschaft auf das Prinzip der Souveränität, die Fähigkeit, nicht fremdbestimmt zu sein, sondern aus eigenem Willen und Urteil heraus zu handeln.

Wir leben in einer Illusion des angeblich souveränen Staates, denn der moderne Staat inszeniert sich gern als Garant von Freiheit und Ordnung. Doch betrachtet man den Staat rein systemanalytisch, dann ist er lediglich ein Herrschaftsinstrument, das die Individuen durch Rechtsfiktionen und bürokratische Mechanismen kontrolliert.

Das juristische Konstrukt der „natürlichen Person" ist keine bloße Beschreibung eines biologischen Wesens, sondern eine Funktion innerhalb eines Systems, das Menschen in Rechtsidentitäten überführt, die steuerbar und manipulierbar sind.

Die Selbstermächtigung des Einzelnen, also der Anspruch, sich nicht auf die juristische Fiktion festlegen zu lassen, widerspricht der Logik staatlicher Herrschaft. Das führt zwangsläufig zu Konflikten und erfordert strategisches Vorgehen.

Dieser Meister, wir nennen ihn Staat, die Verwaltung oder das Rechtssystem, diktiert die Normen, Regeln und Zwänge, denen sich jeder Einzelne mehr oder weniger unterwerfen muss, wenn er nicht den Ausschluss aus dem gesellschaftlichen System riskieren will.

Doch stellt sich die grundsätzliche Frage: Muss es so sein? Ist es vielleicht möglich, zum „Meister über sich selbst" zu werden, um die Abhängigkeit von äußeren Autoritäten zu überwinden?

Betrachten wir zunächst die Gesellschaft als Herrschaftsstruktur: Der Begriff „Gesellschaft" birgt eine Doppelbedeutung. Einerseits ist sie die Summe der Menschen, die zusammenleben, andererseits bildet sie ein Machtgefüge, das hierarchische Strukturen, Regeln und Zwangsmechanismen enthält. In politischer Philosophie, was immer das auch sein mag, wird der Staat als das System definiert, das das Gewaltmonopol innehat und das Recht setzt sowie dessen Durchsetzung sicherstellt. Die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft ist daher nicht nur ein soziales Faktum, sondern auch eine formelle Unterordnung unter ein System von Gesetzen und Sanktionen.

Die Menschen werden in diesem System formal zu „natürlichen Personen" gemacht, deren Rechte und Pflichten dem Staat gegenüber verbindlich sind. Die Rolle des „Gesellen" entspricht dabei dem rechtlichen Status des Staatsbürgers, der gehorchen und sich fügen muss, während der „Meister" – symbolisch – der Staat ist, der die Regeln vorgibt.

Was könnte dann eine Meisterschaft sein ? Ich stelle mir diese Meisterschaft als das setzen fundamentaler Werte in Selbstbestimmung und Autonomie vor. Wer Meister über sich selbst ist, hat die Fähigkeit zur Selbstführung, zur Verantwortung und zur inneren Freiheit. Diese Meisterschaft ist kein natürlicher Zustand, sondern ein Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der kritisches Denken, Selbstbewusstsein und eine bewusste Haltung zur eigenen Freiheit und Verantwortlichkeit erfordert.

Philosophisch gesehen verweist Meisterschaft auf das Prinzip der Souveränität, die Fähigkeit, nicht fremdbestimmt zu sein, sondern aus eigenem Willen und Urteil heraus zu handeln.

Wir leben in einer Illusion des angeblich souveränen Staates, denn der moderne Staat inszeniert sich gern als Garant von Freiheit und Ordnung. Doch betrachtet man den Staat rein systemanalytisch, dann ist er lediglich ein Herrschaftsinstrument, das die Individuen durch Rechtsfiktionen und bürokratische Mechanismen kontrolliert. Das juristische Konstrukt der „natürlichen Person" ist keine bloße Beschreibung eines biologischen Wesens, sondern eine Funktion innerhalb eines Systems, das Menschen in Rechtsidentitäten überführt, die steuerbar und manipulierbar sind.

Die Selbstermächtigung des Einzelnen, also der Anspruch, sich nicht auf die juristische Fiktion festlegen zu lassen, widerspricht der Logik staatlicher Herrschaft. Das führt zwangsläufig zu Konflikten und erfordert strategisches Vorgehen.
Die Wege zur Selbstmeisterschaft sind schwierig zu gehen und erfordern Mut und Ausdauer. Selbstmeisterschaft erfordert eine bewusste und entschlossene Haltung. Sie ist kein Zustand, der einem geschenkt wird, sondern ein Prozess, der mehrere Schritte umfasst. Zunächst ist da die
Bewusstwerdung: Das Erkennen der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Macht- und Kontrollstrukturen. Der erste Schritt ist die kritische Analyse des Systems, das einem vorgibt, wer man zu sein hat. Dann erfolgt die
Distanzierung. Distanzierung ist die Verweigerung der automatischen Identifikation mit den juristischen Rollen und Kategorien, die einem zugewiesen werden. Der Mensch als biologisches und geistiges Wesen darf nicht gleichgesetzt werden mit der natürlichen oder juristischen Person als Staatsschöpfung. Der Meister gibt eigenständige Willenserklärungen ab. Die aktive Nutzung von Sprache, Recht und Dokumenten zeichnet ihn aus, um die eigene Autonomie zu manifestieren und zu verteidigen. Hierzu gehört auch die bewusste Formulierung von Willenserklärungen, die klarstellen, in welcher Rolle man handelt und welche Identität man beansprucht. Als weiterer entscheidender Punkt ist das übernehmen von Verantwortung zu nennen. Freiheit ist immer auch Verpflichtung. Meisterschaft bedeutet, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen und sich nicht hinter gesellschaftlichen Rollen zu verstecken.Wie könnte das in der Praxis aussehen ? Der Weg zum Meister ist mit Hindernissen gepflastert. Das staatliche System reagiert auf Nichtkonformität mit Sanktionen, Ausgrenzung oder Ignoranz. Doch gerade in diesem Spannungsfeld eröffnet sich die Möglichkeit, das Machtgefüge zu verschieben. Strategische Kommunikation, rechtliche Kreativität und bewusste Selbstpositionierung sind Werkzeuge, um autonom zu handeln. Hier kann eine klare Trennung zwischen der eigenen natürlichen Person und der juristischen Person, der man „zugeordnet" wird, zur Grundlage einer souveränen Haltung werden. Meisterschaft wird als radikale Freiheit gelebt. Die Meisterschaft über sich selbst ist nicht nur ein Akt der persönlichen Freiheit, sondern auch ein politischer Akt. Sie bedeutet die Befreiung aus der Rolle des bloßen Unterworfenen, der sich dem Staat oder der Gesellschaft fügt.

Souveränität ist eine Leistung, die bewusste Reflexion, Mut und Ausdauer verlangt. Sie ist die Voraussetzung für eine neue Gesellschaftsordnung, die nicht auf Hierarchie und Fremdbestimmung, sondern auf freiwilliger Selbstbestimmung und Verantwortung basiert.
In dieser Perspektive ist Meisterschaft nicht nur ein Ideal, sondern eine notwendige Praxis für alle, die Freiheit nicht als abstrakte Idee, sondern als gelebte Realität verstehen wollen.

Anfragen bezüglich Vorträgen und „etwas andere" Kommerzkurse können gerne an folgende Emailadresse gerichtet werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.deutschland-pranger.de TB